Baby Tragetuch
11. August, 2007 von Moderator
Die ” Tragefrage “
Anmerkung:Im Gegensatz zu vielen anderen Themen, die hier behandelt werden, ist die „Tragefrage“ eine völlig individuelle Entscheidung und soll hier auch als solche behandelt werden. Daher bittet der Autor den geneigten Leser zur Kenntnis zu nehmen, dass die Gedanken und Erkenntnisse, die diesem Text zugrunde liegen, rein subjektiv sind und daher keinesfalls verbindlich oder allgemeingültig.
Worum genau geht es bei der „Tragefrage“?
Wie der Name vermuten lässt, behandelt diese Frage die Entscheidung, ob das Kind getragen werden sollte oder nicht, und wenn, dann wieviel. Dabei ist unter „tragen“ unter diesen Umständen das enge Tragen des Kindes am Körper der Mutter (seltener des Vaters) zu verstehen und nicht das kurzzeitige Tragen auch dem Arm.
Wenn man die Gemeinschaft der Eltern in Deutschland betrachtet, kann man grob drei Positionen ausmachen, die man zum Thema Tragen beziehen kann.
Die erste Position ist so einfach wie verbreitet.
Viele Eltern haben von der Möglichkeit, sein Kind über längere Zeit am Körper zu tragen, nicht oder nur flüchtig gehört und entscheiden sich beinahe unbewusst dagegen, weil sie den erzieherischen und pflegerischen Gewohnheit unserer Kultur gerecht werden. Sie sind sich nicht sicher, ob Tragen richtig, falsch oder sonst irgend etwas ist, sondern haben in der Tat eigentlich keine Meinung zu diesem Thema. Daher gehen sie weder ideell noch praktisch der Tragefrage genauer nach.
Die zweite Position ist weitaus weniger verbreitet, wird dabei allerdings meist mit viel Überzeugung und Überzeugungskraft bestritten. Eltern, die diese Position annehmen, sind der fest Auffassung, dass es für ein Kind das einzig Richtige ist, beinahe den ganzen Tag über getragen zu werden und den engen Körperkontakt mit der Mutter zu spüren. Naturvölker werden ebenso als Beispiel angeführt wie die Tierwelt.
Diese Position hat im Gegensatz zu der ersten durchaus etwas für sich, da sich ihre Vertreter immerhin aus bewussten Gründen für ihr Verhalten entscheiden. Sie haben sich ihre Gedanken zu dem Thema gemacht und sind zu dem Schluss gekommen, dass diese Überzeugung die Rechte ist und dass sie dementsprechend Teil ihrer Säuglingspflege sein sollte.
Bei den Vertretern der dritten Position verhält es sich noch etwas anders. Sie besitzen die Informationen, die die Vertreter der zweiten Position zu überzeugten „Trägern“ gemacht haben, ebenfalls, doch sind sie vom Konzept des Tragens nicht völlig überzeugt. Vielleicht haben die Argumente nicht ausgereicht, vielleicht ist es die kulturelle Prägung – sicher ist es in einigen Fällen aber auch der geradezu heilige Eifer, mit dem die Eltern der zweiten Position ihren Glauben als den einzig Wahren verkünden, der eine gewisse Abneigung gegen das Thema erzeugt. Eventuell kann man Eltern in diese Gruppe zählen, die sich aus medizinischen Gründen gegen das Tragen entschieden haben, weil sie den Argumenten einiger Tragegegner vertrauen.
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