Familie Beruf

Kind und Beruf - Geht Das ?

Es ist abwegig, dass wir in einer Zeit leben, in der Vereinigungen „Mehr Zeit für Kinder“ fordern und andere die vollständige Fremdbetreuung für acht Stunden am Tag, nach Möglichkeit ab dem sechsten Lebensmonat. Mehr Zeit für Kinder – aber von wem?
Es ist beinahe unvermeidlich, polemisch zu werden, wenn man die eine oder andere Position bezieht.

Kann es sein, dass die Versorgung durch eine fremde Person, die eventuell noch in Gruppen erfolgt, für das Kind so angemessen ist wie die durch die Mutter? Dies ist die Grundlage jeder Argumentation für die Ganztagsbetreuung. Sicher, Kinder können eine solche Betreuung wahrscheinlich erfahren, ohne dass sie davon geschädigt werden. Aber ist die „Vermeidung von Schaden“ die Maxime der Erziehung?

Es erscheint als eine Beleidigung für jede Mutter, dass ihre Arbeit einfach auch genauso effektiv in Großgruppen erledigt werden kann; andererseits entspricht es den Wurzeln des Menschen, dass Kinder eben wirklich in großen Sippengemeinschaften versorgt werden.Hängen wir einem romantischen Ideal an, wenn wir glauben, dass die Beziehung zwischen Mutter und Kind so wichtig ist? Oder basiert dieses romantische Ideal auf eigenen, positiven Erfahrungen?


 



Vielleicht stimmt es ja, dass Fremdbetreuung für das Kind eine schadlose und angenehme Erfahrung ist. Vielleicht ist dies aber auch nur eine Ausrede von Eltern, die nicht bereit sind, ihr Leben stark genug auf ihre Kinder einzustellen. Darf man nur Kinder bekommen, wenn man solch eine Einstellung vornehmen will?

Man wird mit dieser Kontroverse leben müssen und sich mit ihren Konsequenzen auseinander setzen. Frauen, die sich für die Arbeit zu Hause entscheiden, werden auf absehbare Zeit von ihren berufstätigen Geschlechtgenossinnen wahrscheinlich als „Heimchen am Herd“ betrachtet werden, während sie stark berufstätige Mütter wahrscheinlich weiterhin als selbstsüchtige Egomaninnen betrachten. In Glaubensfragen kommt man schließlich nur schwer überein.

Es ist sicher nur zu verständlich, dass ohne grundlegende Zielsetzung Entschlüsse nur schwer gefasst werden können. So ist es für alle Eltern wichtig, sich wenigstens selbst Ziele zu stecken, die sie dann verfolgen wollen. Ihr politisches Interesse wird sich dann ganz automatisch in die entsprechende Richtung lenken.Es bleibt für uns alle zu hoffen, dass die Familienpolitik sich schließlich in eine freiheitliche Richtung orientieren wird, die jedem angemessene Chancen gibt, sein Konzept der Familie zu verwirklichen.


 


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1 Kommentar zu “Familie Beruf”

  1. am 22. Jun 2007 um 13:18Ellen

    Eine Entscheidung zwischen Kind und Beruf zu treffen ist defenitiv nicht leicht. Wobei sich einige bestimmt fragen ob man heutzutage überhaupt noch als Frau eine Entscheidung treffen muss - Kann man nicht beides haben?
    Meiner Meinung nach ist es kein Problem Job und Kind(er) unter einen Hut zu bekommen (sicherlich nicht mit links, aber es ist möglich). Aber kann ich auch Karriere in meinem Job machen? Das ist schon wieder eine ganz andere Frage. Wer Karriere machen will muss häufig lange Zeit im Büro verbringen, manchmal so loange das man seine Kinder unter der Woche nicht einmal zu gesicht bekommt. Gibt es Frauen die dieses Opfer bringen würden? Sicher, aber sollten die Kinder dieses Opfer bringen müssen?

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