Die Ferber-Methode Teil 2
Was nun an sich für das Kind als erstrebenswert klingt (immerhin wird es um die Notwendigkeit eines ordentlichen Schlafs ohnehin nicht herumkommen) wird von Kritikern als unangemessen betrachtet.Ferber und die deutschen Autoren des Schlafklassikers sagen, dass die Gewöhnung an den Schlaf primär ist und das alle Maßnahmen daher darauf abzielen sollen, dass Kind an den Schlaf zu gewöhnen. Dabei treffen sie eigentlich keine andere Aussage, als dass man das Kind zum Schlafen in sein Zimmer bringen sollte, wo es durch ein Ritual auf das Schlafen vorbereitet wird und dann allein gelassen wird.
Schläft das Kind nicht und beginnt es sogar zu weinen, soll man kontrolliert über gewisse Zeiträume nicht nachschauen gehen und das Kind so an die ungewohnte und unangenehme Situation gewöhnen. Die Kontroverse um die Ferber-Methode ist nun eigentlich nur aus der falschen Anwendung entstanden. Es ist für ein Kind durchaus nicht unerträglich, sich an die Notwendigkeit des Schlafens zu gewöhnen (haben wir das nicht alle getan und schlafen heute sogar gern?); nur die Umstände, unter denen manche
Eltern diese Methode angewandt haben, führten überhaupt zu der Kontroverse, die die Methode mittlerweile beinahe in „Verruf“ gebracht hat.
Natürlich gab und gibt es auch schon immer Gegner der Ferber-Methode, die sie durch die Bank verurteilen. Eine Gewöhnung des Kindes an gesellschaftliche Zwänge wie den Nachtschlaf, so diese Kritiker, sei in so jungem Alter nicht zumutbar; diese Gewöhnung noch dazu auf Kosten des Kindes (nämlich indem man sein Weinen in Kauf nimmt) durchzusetzen, sei völig inakzeptabel. Auch diese Position hat durchaus etwas für sich.
Viele Frauen bemerken bei der Pflege ihres Kindes einen Instinkt, der sie bei jedem Weinen dazu bewegen soll, das Kind hochzunehmen; und alle Eltern haben wohl beobachtet, dass Kinder sich oft erstaunlich schnell beruhigen, wenn man sie auf dem Arm hat. Auch Vätern fällt es oft nicht leicht, sich das Weinen ihres Kindes anzuhören, noch dazu, wenn es keinen anderen Grund als die Verfolgung einer Methodik hat.
Diese Instinkte, die natürlich der Fürsorge und dem Schutz des Kindes dienen, haben auch heute noch ihren Sinn – immerhin schätzt die Natur die Pflege und den Schutz des Nachwuches sehr hoch ein, wie man es bei vielen Muttertieren beobachten kann, die ihre Jungen bis zum Tod erbittert verteidigen.Dennoch ist ein Mittelweg zwischen Natur und Kultur natürlich unvermeidbar, und man kann nicht ganz von der Hand weisen, dass es auch für das Kind seine Vorzüge hat, Schlafen zu lernen – immerhin werden die Eltern das Kind wohl kaum jahrelang komplett in ihrem Bett haben wollen.
Das Problem bei der Anwendung der Ferber-Methode ist, dass sie keineswegs so allumfassend geeignet ist, wie der Titel des deutschen Buches suggeriert. Kinder sind nicht gleich, und daher kann eine Methode – mag sich auch bei noch so vielen Personen funktioniert haben – nicht den Anspruch erheben, universell anwendbar zu sein. Dass die Ferber-Methode aber über diesen falschen Kanal verbreitet wurde und eine Scheinuniversalität transportierte führte zu nichts anderem als fälschlicher Anwendung der Methode in einer Art und Weise, die sicher nicht gedacht war.
Manche Eltern praktizierten die Ratschläge aus dem Buch über mehrere Wochen, mit dem Ergebnis, dass das Kind nicht schlafen lernte, sondern ernsthaft verstört wurde und sein Bett zu fürchten begann.
Wir wollen uns nun nicht auf die Seite der radikalen Gegner stellen, die vertreten, dass für einen Säugling, der ja kein Zeitgefühl hat, diese Wochen praktisch gleichzusetzen sind mit ewiger Qual. Immerhin aber ist eine solche Anwendung – die ja noch dazu nicht einmal zum Erfolg führte – sicher nicht mustergültig für die Gedanken der Ferber-Methode.
1 Kommentar zu “Ferber”
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Bin ich schwanger
Verfasst in Geburtsvorbereitung , Eine Familie werden am 13. August 2007
Der Moment der Erkenntnis Woran erkennt eine Frau, dass sie schwanger ist? Und wann sind sie und ihr Partner sicher, dass dies auch wirklich der Fall ist? Die klassischen Indikatoren, die wie viele andere Teile der Schwangerschaft schon beinahe sprichwörtlich sind, können zwar eine Hilfe sein, bieten jedoch keine Sicherheit. Übelkeit, Müdigkeit und was es da noch so alles gibt könnte man durchaus missverstehen; und auch eine ausbleibende [...]Familie Beruf
Verfasst in Info , Eine Familie werden , Die Familie am 5. September 2007
Kind und Beruf - Geht Das ? Es ist abwegig, dass wir in einer Zeit leben, in der Vereinigungen „Mehr Zeit für Kinder“ fordern und andere die vollständige Fremdbetreuung für acht Stunden am Tag, nach Möglichkeit ab dem sechsten Lebensmonat. Mehr Zeit für Kinder – aber von wem? Es ist beinahe unvermeidlich, polemisch zu werden, wenn man die eine oder andere Position bezieht. Kann es sein, dass die Versorgung durch eine fremde Pe [...]



Ich glaub nich das man sagen kann was bei dem einen Kind funktioniert, funktioniert auch bei dem anderen. Bei manchen schlägt die Ferber-Methode vielleicht an, während sie bei anderen eine ‘Narbe’ hinterlässt. Manche könnten durch diese Methode vielleicht ihr gesamtes Leben an Schlafstörungen leiden oder Angst davor haben alleine zu sein.