Hausgeburt
21. August, 2007 von Moderator
Die Hausgeburt
Noch in den fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts waren Hausgeburten in Deutschland sehr üblich; es war weitaus seltener, dass eine Geburt im Krankenhaus erfolgte, als man sich heute vielleicht vorstellen würde.Die folgenden Jahrzehnte brachten allerdings einen rapiden Wandel und die Geburt zu Hause, die damals oft eine einfach Notwendigkeit gewesen war, wurde durch den neuen „Luxus“ der Geburt im Krankenhaus ersetzt.
Viele Frauen wollten ihr Kind nicht mehr zu Hause kriegen, weil es ihnen das Gefühl vermittelte „es nötig zu haben“, sich also eine komfortablere Geburt nicht leisten zu können.Einige Entwicklungen in den gesetzlichen Krankenkassen führten schließlich zu einer beinahe vollständigen Zugänglichkeit der Krankenhausgeburt für jeden, so dass eine weitere Verbreitung dieser Art der Geburt erfolgte.
Nach mehreren Jahrzehnten, in denen eine andere Geburtsart als die im Krankenhaus kaum denkbar erschien kommen nun in den letzten Jahren zunehmend alternative Geburten auf. Sind es in erster Linie die Geburtshäuser, die sich an dieser Entwicklung erfreuen, so gibt es dennoch auch einen Trend zur Hausgeburt hin. Viele Frauen wünschen es sich wieder, ihr Kind in einer vertrauten Atmosphäre zu bekommen, in der sie sich besonders gut fallen lassen und entspannen können.
Hausgeburten bedürfen einer intensiveren Vorbereitung als Geburten im Krankenhaus oder im Geburtshaus, da die eigene Wohnung natürlich kein Ort ist, der an sich optimal auf eine Geburt abgestimmt ist. Dennoch kann eine solche Abstimmung natürlich leicht erfolgen; dazu benötigt man nur den Rat einer kompetenten Hebamme und einige Vorbereitungszeit.
Voraussetzung ist allerdings, dass sich die Gegebenheiten zu Hause wenigstens im mindestens für eine Hausgeburt eignen. So muss das Schlafzimmer oder ein anderes Zimmer, welches für die Geburt vorbereitet werden soll, groß genug sein, und eine Badewanne, die eventuell genutzt werden soll, muss groß genug und zugänglich genug sein. Die Ausrüstung, die vorhanden sein muss, kann üblicherweise die Hebamme schon im Voraus nennen, so dass es nicht zu eventuellen Schwierigkeiten während der Geburt kommt.
Eine Hausgeburt unterscheidet sich im Ablauf und in der Selbstbestimmung und Selbstverantwortung nicht sehr von einer Geburt in einem speziellen Geburtshaus. Einer der unangenehmsten Faktoren in einem Geburtshaus, nämlich das baldige Verlassen des Hauses, fällt im eigenen Haus allerdings natürlich weg.
Eine Hausgeburt ist eine interessante Alternative für Frauen, die entweder das „Höhlengefühl“ bei einer Geburt sehr schätzen oder die sich nach einer Geburt keine langen Wege zumuten wollen.
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