Geburtshilfe im Wandel der Zeit
er Einfluss der Ärzte soll allerdings keinesfalls als böswillig dargestellt werden; in der Anfangszeit waren sie ganz einfach unerfahren und eigentlich kaum für diese Aufgabe geeignet. Die Medizin hat es in den folgenden Jahrhunderten geschafft, die Erfahrungen zu machen, die für eine effektive Geburtshilfe notwendig waren, so dass ungefähr seit dem 20. Jahrhundert die Sterblichkeit bei Frauen und Kindern auf ein sensationell niedriges Niveau gesunken ist, welches unter dem von Naturvölkern liegt, die heute noch auf traditionelle Geburtshelfer zurückgreifen.
Diese Entwicklung ist wohl zuallererst auf das Konzept der Hygiene zurückzuführen. Der österreichische Arzt Ignaz Semmelweis erkannte 1847, warum das Kindbettfieber zu dieser Zeit so verbreitet war: Es waren nämlich die Ärzte selbst, die lange Zeit mit ihren Händen waren Infektionsherde waren und das sogenannte „Kindbettfieber“, welches Frauen in großen Zahlen befiel und oft tödlich endete, übertrugen.
Geburten in Krankenhäusern waren unsicherer als an einem anderen Ort, und die Weigerung der Ärzte, sich die Hände zu waschen führte nur zu einer Verschlimmerung der Entwicklung. Schließlich gelang es den Pionieren der Hygiene, ihr Vorstellungen durch Experimente voranzubringen, bis schließlich der Grundstein für eine wirkliche Verbesserung der ärztlichen Geburtshilfe gelegt werden konnte.
Heute arbeiten Hebammen und Ärzte bei der Geburtshilfe oft beinahe gleichberechtigt und haben beide ihre Daseinsberechtigung. Hebammen sind Spezialisten für alle Arten von Geburten, die auf natürliche Weise verlaufen; unter ihnen gibt es solche, die im Krankenhaus arbeiten und die die Zusammenarbeit mit Ärzten gewohnt sind und andere, die wirklich nur in Notfällen überhaupt auf ärztliche Hilfe zurückgreifen wollen.
Die Kompetenz und Erfahrung dieser Frauen ist oft beeindruckend, und man braucht sich eigentlich nicht dem Irrglauben hinzugeben, dass man nur in ärztlicher Behandlung in „guten Händen“ wäre.
Die moderne medizinische Geburtshilfe allerdings ist auch lange aus den Kinderschuhen herausgewachsen und bietet nicht nur eine hohe Sicherheit, sondern auch Maßnahmen zur Vereinfachung oder beinahe völligen Vermeidung der Geburt. Der Kaiserschnitt ist heute eine sichere und von vielen Frauen geschätzte Alternative, ihr Kind auf einfache Weise mit ärztlicher Hilfe zu bekommen.
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Baby und Entwicklung
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