Mutter Karriere
10. September, 2007 von Moderator
Die Karrieremutter
Für die Karrieremutter gibt es eigentlich nur einen Grund, Kinder zu wollen: sie hat gehört, dass dies das Brustkrebsrisiko drastisch senkt. Außerdem macht ihr ihre biologische Uhr im dritten Anlauf doch ziemlich zu schaffen - es fällt ihr nicht mehr so leicht wie früher, sich voll auf die Karriere zu konzentrieren.Typischerweise wird eine Karrierefrau erst mit Ende Dreißig zur Karrieremutter, und zwar auch nur dann, weil später die Schwierigkeiten steigen.
Mehr als ein Kind wollte sie natürlich ohnehin nie, da dies ihre Karriere nur noch weiter behindern würde.Karrieremütter entbinden typischerweise mit (Wunsch-)Kaiserschnitt oder Rückenmarksspritze, weil die die Prozedur ein bisschen wie eine sehr unangenehme Zahnarztbehandlung betrachten – und da würden sie ja auch nicht auf die Idee kommen, auf die Spritze zu verzichten.
Die Karrieremutter ist beruflich gut gestellt und übernimmt während dem Erziehungsurlaub Aufträge von ihrem Arbeitgeber per Home Office. Die Stechuhr ihr wichtigster Verbündeter im Kampf gegen den Baby-Rhythmus; sie sehnt sich meist schon nach kurzer Erziehungszeit wieder ins Büro, wo sie nicht nur in ihren Augen anspruchsvollere Aufgaben zu bewältigen hat, sondern diese auch noch besser vergütet bekommt.
Aus diesem Grund versucht sie, die Pflege und Erziehung ihres Kindes zu betrachten wie jedes andere Projekt auch. In halben Jahr ist schließlich Abgabetermin, wenn das Kind in eine Tagesstätte gegeben werden kann (wo es ja ihrer Meinung nach ohnehin besser aufgehoben ist: „Die ganzen Mütter, die länger zu Hause bleiben, sind doch ohnehin nur zu faul, einen echten Job zu machen.“)
Sie ist meist liiert mit einem Mann, der beruflich noch besser als sie gestellt ist und der seit einigen Jahren bereits Kinder will. Die Vorstellung, dass seine Frau als Mutter seines Kindes zu Hause bleibt, erfüllt ihn mit einer gewissen Verzückung und der stillen Hoffnung, dass sie vielleicht doch Gefallen daran findet; sie will aber schnell zurück ins Büro und bewahrt ihre „Back to work“-Milchpumpe in einem Schrein direkt in ihrer Küche auf, woraus sie sie wahrscheinlich ohnehin nie entnehmen wird – nach sechs Monaten kann man schließlich auch abstillen.
- Zitat: „Mir liegt das alles hier nicht so besonders.“
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