Nach der Geburt

Nach der Geburt

Direkt nach der Geburt ist es vor allem die Anpassung und Gewöhnung an eine völlig unbekannte Umwelt, die das Leben des neuen Menschen prägen. Es ist noch alles neu und unbekannt, und die Vielzahl der Eindrücke ist so überwältigend, dass das Kind beinahe automatisch einen „Schlafreflex“ entwickelt, der den ersten Lebensmonat deutlich prägt.

Nicht umsonst sagt man, dass Neugeborene erst einmal bis zu zwanzig Stunden am Tag schlafen, vor allem aus dem simplen Grund, dass es ihnen überhaupt nicht möglich wäre, die Vielzahl der Eindrücke, die ihnen überall in ihrer Umwelt begegnet, zu verarbeiten. Diese Art der „Überforderung“ ist normal, ist aber nicht zwingend bei jedem Säugling gegeben – manche von ihnen sind auch aktiver und schlafen weniger, manchmal sogar beinahe um die Hälfte.

Allerdings heißt die angeborene Neigung zum Schlafen nicht unbedingt, dass dieser Schlaf auch ein leichtes Unterfangen ist. Es ist nicht unüblich, dass Neugeborene den Schlaf erst einmal als eine Bedrohung empfinden; wenn sie wach genug sind, um darauf reagieren zu können, versuchen sie sich diesem Impuls eventuell zu widersetzen. Abgesehen davon kennt der neue Mensch noch keine Zeit, keinen Tag- und Nachtrhythmus und ist so nicht sonderlich geeignet, in den doch zeitlich recht streng vorgeschriebenen Ablauf unserer westlichen Zivilisation zu passen. Daher ist es überhaupt kein Wunder – und auch der Normalfall – dass ein Kind in den ersten Wochen mit dem Schlaf Schwierigkeiten hat und vor allem auch mehrmals in der Nacht aufwacht, einerseits, weil seine Schlafzyklen noch nicht so lang sind, andererseits auch, weil die Nahrungsaufnahme in relativ kurzen Abständen von ungefähr vier Stunden erfolgt.


 



Ganz gleich, wie sich ihr Kind nach der Geburt verhält – machen sie sich keine übereilten Sorgen. Sie haben einen Menschen in seiner rohsten Form vor sich, der noch völlig „ungeschliffen“ ist und der seinen Gefühlen und Empfindungen Ausdruck verleiht.
Vielleicht ist er unruhig und von der neuen, unbekannte Welt überfordert, oder er fügt sich geduldig in diese unbekannte Entwicklung ein. Es gibt viele Arten, wie Menschen auf ungewohnte Situationen reagieren, und dies ist bei Neugeborenen nicht anders. Recht normal ist allerdings, dass das Kind in den ersten Tagen erst einmal an Gewicht verliert.

Im Gegensatz zum Mutterleib erfolgt nach der Geburt nicht mehr eine Dauerversorgung mit Nährstoffen, und außerdem gibt es jetzt eine Reihe von Handlungsmöglichkeiten, die natürlich auch Energie verbrennen – die Vielfalt der Welt ist in der Tat herausfordernder als die Ruhe im Mutterleib.In dieser ersten Zeit ist der Blick des Kindes noch recht verschleiert, und es erfährt die Welt auf eine völlig andere Weise als wir es später tun. Die Trennung zwischen sich selbst und der Welt drumherum macht ihm Schwierigkeiten und macht viele Geschehnisse unüberschaubar für den kleinen Menschen.

ie noch schwache Sehkraft kann man auch als Außenstehender erkennen – die Augen sind noch meist bläulich und ein wenig verschleiert. Dennoch haben Neugeborene Vorlieben für gewisse Farben, vornehmlich rot und orange, weil diese leicht zu erkennen und beruhigend sind. Auch das Spiel mit Hell und Dunkel erweckt seine Aufmerksamkeit und wird von vielen Kindern als angenehm empfunden.


 


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