Rollenverteilung
25. August, 2007 von Moderator
Die Folgen der Rollenverteilung
Es scheint, als würde die klassische Rollenverteilung eine Reihe von Auswirkungen haben, die sich auch heute noch – wenn die entsprechenden Konstellationen gewahrt bleiben – reproduzieren lassen.
So gibt es natürlich noch immer Männer, die wenig Interesse an Haushalt und Kindern haben und die sich der meisten häuslichen Arbeit gegenüber verwehren, auch wenn dies den Umständen eigentlich nicht entspricht; und noch immer fühlen sich Frauen übergangen und missachtet, wenn ihre Arbeit zu großen Teilen daraus besteht, ihrem Mann „hinterherzuräumen“.
Man würde nun vielleicht sagen, dass sich diese Probleme umdrehen, wenn Mann und Frau die Rollen tauschen. Dies trifft oft auch zu (es gibt genug Frauen, die zu genauso unangenehmen Zeitgenossen werden wie Männer, wenn sie die Familie alleine „ernähren“), doch gibt es auch eine beachtliche Anzahl weiblicher Alleinverdiener, die sich kooperativer (und somit eigentlich auch angemessener) verhalten.
Verstehen sie diese Zeilen nicht falsch: es soll nicht gesagt werden, dass solche typischen Probleme entstehen müssen, wenn man sich für die klassische Rollenverteilung oder ein anderes „Alleinverdiener-Modell“ entscheidet; die Tendenz dazu kann man allerdings in den besten Beziehungen beobachten.
Paare, die für die Pflege und Erziehung ihrer Kinder nicht möglichst früh Hilfe von außerhalb in Anspruch nehmen wollen und die somit die Hausarbeit und Kindererziehung einem Partner übertragen werden vielleicht auf das Problem stoßen, dass sie die gleichen Gefühle und Einstellungen in sich finden wie vor dreißig oder fünfzig Jahren: dass die Arbeit, für die man Geld verdient, eben doch irgendwie mehr wert ist und dass die Hausarbeit doch „nur“ Hausarbeit ist.
Diese problematische Tendenz wird natürlich von aktuellen Entwicklungen nur verstärkt – durch die (verständliche) Abwendung vieler Frauen von dieser Arbeit steht sie nun als noch unangenehmer und bestenfalls mit einem Hauch Romantik bedacht dar. Das Lebenskonzept ist – wenn es so verfolgt wird – auf der Toleranz des Partners aufgebaut, der zu Hause bleibt, könnte man meinen.
Natürlich trifft es nicht zu, dass Familien mit einem Alleinverdiener und einem im Haus arbeitenden Partner echte „Raritäten“ sind – noch immer ist dieses Konzept beliebt, und noch immer wird es auch in der Generation der heute 20- bis 30-Jährigen gelebt. Es ist jedoch erstaunlich, wie viele Probleme einer eigentlich viel älteren Generation man vorfindet, wenn man sich als Paar einmal genauer mit diesem Lebenskonzept auseinander setzt.
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