Stillen

Stillen

Auch das Stillen als Nahrungsquelle für den Säugling ist eine Frage, bei der die Meinungen ein wenig auseinander gehen. In der Wissenschaft ist man sich mittlerweile selten einig, dass Stillen das Beste für einen Säugling ist (auch wenn verschiedene Forscher diese Ansicht noch dann und wann zu torpedieren versuchen); in der Praxis vieler Mütter gibt es allerdings einige Probleme, die die Umsetzung dieser Erkenntnis oft nicht gerade einfach machen.

Die Vorteile des Stillens sind recht groß. So enthält die Muttermilch zum Beispiel alles, was das Kind zum wachsen und gedeihen braucht; innerhalb der erstem vier bis sechs Monate kann ein Säugling voll gestillt werden und braucht dabei keinerlei zusätzliche Nahrung. Vitamine und Nährstoffe gibt der Körper der Mutter in ausreichendem Maße weiter, wenn sie sich ausgewogen ernährt. Die einzigen Zusätze, die üblicherweise aus Sicherheitsgründen dennoch gegeben werden sind Vitamin D, woran durch Mangel ein Sonnenstrahlung eine Unterversorgung entstehen kann, und Fluor, was das Kariesrisiko senkt.

Die perfekte Abstimmung der Muttermilch auf den kindlichen Organismus führt zu einer leichteren Verdauung, so dass Säuglinge in der Phase des Stillens von Verdauungsstörungen weitgehend verschont bleiben. Die gute Anpassung des Magen-Darm-Traktes führt weiterhin zu einer insgesamt besseren Verdauung.


 



Doch nicht nur ernährungsmäßig gesehen ist Muttermlich eine gute Wahl. Die Abwehrstoffe, die zusammen mit den Antikörpern an das Kind übertragen werden, machen es widerstandsfähiger gegen Krankheiten und sogar weniger anfällig für Störungen wie Allergien oder chronische Krankheiten.

Diabetes Typ I kann zum Beispiel durch Stillen relativ wirkungsvoll vorgebeugt werden; dieser Schutz reicht natürlich noch lange über die Säuglingszeit hinaus. Auch Asthma und Neurodermitis werden unwahrscheinlicher, wenn ein Kind lange gestillt wird.Ein Kind, dass nach dem Abstillen einmal ein gestärktes Abwehrsystem hat wird oft auch insgesamt gesünder und weniger anfällig für Krankheiten sein.

Stillen hat aber auch ein paar ganz praktische Aspekte, die es gegenüber der Fläschchennahrung sehr attraktiv machen. So braucht Muttermilch nicht zubereitet werden, sondern ist da, wenn man sie benötigt, ohne dass ein Fläschchen abgekocht, aufgewärmt oder sterilisiert werden muss. Abgesehen davon ist Stillen kostenlos – ein für finanziell weniger gut gestellte Eltern nicht unbeachtlicher Vorteil.


 



Psychologisch gesehen fördert Stillen eine innige Mutter-Kind-Beziehung; man geht auch davon aus, dass es insgesamt eine positive Lebenseinstellung fördert.Der Hautkontakt während des Stillens ist für das Kind angenehm und bringt ihm die angenehmen Seiten dieser Welt nahe. Für die Mutter ist es ein befriedigendes Gefühl, mit ihren natürlichen Gaben zum Gedeihen ihres Kindes beizutragen und es vollständig ernähren zu können – ein wichtiger Schritt zu einem positiven Körperbewusstsein als Frau.

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