Vater Kinder
11. September, 2007 von Moderator
Vatertyp 2: Der Gelangweilte
Früher gehörte der gelangweilte Vater zur Tagesordnung (zumindest, wenn man den Müttern der heute jungen Erwachsenen glauben darf). Der Gelangweilte ist von der gesamten Entwicklung seiner Familie auf eigentümliche Weise gelangweilt; er zeigt dies, indem er sich niemals mehr als nötig mit seiner Frau oder seiner Familie beschäftigt. Zwar kann sich selbst dieser Vater gewissen affektierten Momenten nicht entziehen (beispielsweise nach der Geburt seines Sohnes), doch versucht er dieser Gefühlsduselei entgegenzuwirken. Es gibt schließlich wichtigeres.
Der Gelangweilte ist das glatte Gegenteil vom neuen Vater. Er kennt keine anderen Leidenschaften als die für Fußball, Bier und Autos; die Gesellschaft seiner „Kumpels“ zieht er der seiner Frau immer vor. Er ist eigentlich hauptsächlich aus dem Grund verheiratet, weil es dann etwas zu essen gibt und er nicht putzen muss.Genau aus diesem Blickwinkel betrachtet er auch Kinder: als notwendiges Übel, „weil Frauen ja nun mal irgendwann Kinder wollen.“
Erstaunlicherweise erfüllt der Gelangweilte eine Reihe von männlichen Klischees, lässt aber unter Umständen eines davon aus: er ist nicht besonders interessiert an Intimität und betrachtet auch die Sexualität mit seiner Frau als eine Art „Pflichtübung“.In der Tat ist der Gelangweilte nur deshalb so gelangweilt, weil er sich auf die elementaren Bedürfnisse reduziert hat. Wenn seine Frau dafür sorgt, dass es warm und trocken ist und er genug zu Essen im Bauch hat, ist er ein recht verträglicher Zeitgenosse – wenn man denn nicht auf die dumme Idee kommt von ihm Zeit für seine Kinder zu verlangen.
Kommt seine Frau allerdings in die unglückliche Lage, einmal weniger gut für seine elementaren Bedürfnisse zu sorgen, wird er direkt pathetisch: „Ich schufte hier den ganzen Tag, und wenn ich nach Hause komme, gibt es nicht einmal etwas Warmes zu essen?!“
Natürlich ist der gelangweilte Vater typischerweise eher ein zu langsam arbeitender Handwerker oder Beamter, da er viel zu sehr auf seine Gemütlichkeit achtet als dass er sich kaputt schuften würden – was ihn aber nicht davon abhält, dies ins Feld zu führen.
- Zitat: „Lass mich in Ruhe, will fernsehen.“
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