Vater werden
25. August, 2007 von Moderator
Die Rolle des Mannes bei Schwangerschaft und Geburt
Wahrscheinlich hat mittlerweile jeder werdende Vater schon einmal gehört, dass seine Hilfe bei der Geburt sehr wichtig ist und dass er auf jeden Fall eine Menge tun kann, wenn er seine Frau auf diesem Weg begleitet.
Was aber ist es genau, was er während der Schwangerschaft und besonders in den Stunden der Geburt tun kann, um seiner Frau diese Zeit zu erleichtern?
Schwangere berichten, dass sie die radikalen Veränderungen ihres Körpers als schwierig zu verarbeiten empfinden. Die Schwangerschaft besteht nicht nur aus der wichtigen Erfahrung, ein Kind in seinem Körper heranwachsen zu sehen, sondern auch aus einer Reihe von anderen Veränderungen, die nicht alle als positiv erfahren werden.
Die Gewichtszunahme während der Schwangerschaft ist noch verhältnismäßig leicht zu verarbeiten – immerhin ist die Frau ja gerade schwanger – aber eventuell irreversible Veränderungen wie Schwangerschaftsstreifen oder ein weicheres Hautbild können in der Tat eine schwere Belastung darstellen.
Es ist wichtig, dass die Frau erfährt, dass diese Veränderungen von ihrem Partner nicht als unangenehm oder im schlimmsten Fall gar als abstoßend eingestuft werden, sondern dass er sie als essentiellen Teil der Veränderung sieht und dass er sie – soweit dies möglich ist – bei der Rückbildung unterstützen wird.
Es ist natürlich nicht gerade angenehm, wenn eine Frau spürt, dass ihr Mann auf das Ende der Schwangerschaft hofft, um sie wieder attraktiv zu finden; ebenso tut natürlich eventuelle Untreue in diesem Zusammenhang besonders weh. Gedankliche Untreue reicht oft schon aus, um mangelndes Interesse an der Beziehung zu suggerieren. Auch die zunehmend schlechtere körperliche Leistungsfähigkeit macht vielen Frauen zu schaffen. Manche Männer haben die unangenehme Eigenart, in diesem Zusammenhang scheinbare „Tatsachen“ auf den Plan zu rufen:
„In Afrika kriegen die Frauen die Kinder während der Feldarbeit und arbeiten direkt danach weiter.“
Solche Behauptungen entsprechen nicht nur nicht der Wahrheit, sie sind auch noch für das Selbstwertgefühl vieler Frauen fatal. Ihnen wird das Gefühl gegeben, dass sie nicht nur unattraktiv, sondern auch noch nutzlos sind (im Gegensatz zu den Afrikanerinnen, die natürlich jede Arbeit leicht wegstecken).
Zur Klärung dieses Sachverhalts: in der Tat sind „primitive“ Völker dazu in der Lage, größere körperliche Entbehrungen zu verkraften als Menschen in der „zivilisierten“ Welt. Der Preis für diese (oft überlebensnotwendigen) Entbehrungen sind allerdings eine geringere Lebenserwartung und eine weitaus höhere Sterblichkeit der Mutter bei der Geburt sowie eine immens höhere Fehl- und Frühgeburtenrate.
Sicher sind gerade die Fähigkeiten vieler naturverbundenen Frauen in Bezug auf die Geburt beeindruckend, doch gerade ihre Arbeitskraft sollte in diesem Zusammenhang nicht als Beispiel angeführt werden – würden doch diese Frauen, wenn sie es könnten, zu viel Arbeit während der Schwangerschaft auch vermeiden.
Kurz gesagt sollte man gerade in der Schwangerschaft einfach darauf achten, die Gefühle der Schwangeren nicht zu verletzen und das fortschreitende Wachstum des Kindes in ihrem Körper als das betrachten, was es ist: ein kleines Wunder, welches ein Mann eigentlich mit einer Mischung aus Ehrfurcht und Respekt betrachten sollte.
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